Musikverein "Harmonie" Weyer | Chronik
Kleine Chronik
des

Musikverein "Harmonie" Weyer


gegründet am 1. August 1952
(zusammengestellt von Heinz Schmitz im Juli 2002)

Der im Jahre 1969 aus dem Amtsbezirk Zingsheim herausgelöste und in die Gemeinde Mechernich eingegliederte Ort Weyer ist seit der Erhebung der Gemeinde Mechernich zur Stadt im Jahre 1975 ein Stadtteil von Mechernich (dort u.a. Standort der Bundeswehr, LW Mat DP 81 und LwVersRgt 8, Bleibergkaserne). Weyer liegt am östlichen Rand im "Naturpark Nordeifel" auf 425 m ü. NN, in der Nähe der Autobahn A1 (Köln - Trier) und in der Nähe der Eisenbahnlinie Köln - Trier.

Am 20. Oktober 871 wurde der Ort als „Villa Viveri" erstmals urkundlich im Goldenen Buch von Prüm erwähnt und ist somit jetzt mindestens 1130 Jahre alt. Da Weyer auch an einem markanten Punkt in der Nähe der Römerstraße von Köln nach Trier liegt und von mehreren römischen Wasserleitungen umflossen wird, ist der Ort vermutlich noch viel älter. Dies beweisen u.a. Funde von Frankengräbern sowie von Werkzeugen aus Feuerstein und Knochen. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Weyer von einer Burg überragt, davon ist jedoch heute (leider) nichts mehr zu sehen.

Weyer hat z.Zt. etwa 800 Einwohner, aufgrund eines großen Neubaugebietes ist die Tendenz dabei steigend.

In Weyer war das Vereinsleben mit zeitweise 23 Vereinen schon immer sehr rege. So blieb es nicht aus, dass auch aufgrund der vielen Musiker irgendwann ein Musikverein entstehen musste.

Diesen gründete dann am 1. August 1952 der „Allround - Musiker" (Tenorhorn, Saxophon, Klarinette, Violine, Schlagzeug, Klavier, usw.) Heinrich Josef Schmitz mit insgesamt 10 Jugendlichen.

 


Zur Vorgeschichte des Musikereins


Heinrich Josef Schmitz hatte das „Handwerk” der Musik gemeinsam mit Matthias Meyer (auch Musikvereins-Mitglied ab Okt. 1952) bei dessen Vater erlernt.

Wer kennt alle ihre Namen auf der Bierpartie 1928? Nur wenige sind bekannt:
mittlere Reihe von links: ???, Heinrich Josef Schmitz, ???, Wilhelm Schmitz, Johann Werner, Peter Vossel, Josef Mauel, Ernst Wiederich,
vordere Reihe von links: ???, ???, Hubert Schmitz, Johann Schmitz, Matthias Meyer,
oben Mitte: Josef Wiederich, rechts außen: Matthias Wassong

Gemeinsam machten die beiden mit anderen Jugendlichen schon in den 1920er Jahren Tanzmusik. In den 1930er Jahren war H.J. Schmitz im Volksmusikbund aktiv. Nach dem 2. Weltkrieg gruppierten sich die Musiker wieder aufs Neue zur Tanzmusik. Inzwischen waren die Söhne und Neffen von H.J. Schmitz herangewachsen, so dass er diese nun selbst in Musik unterrichtete. Zuerst auf einem alten Harmonium, dann auf einem preiswert erworbenen Klavier und kurze Zeit später auch auf Blasinstrumenten. Schulfreunde der Söhne und Neffen fanden ebenfalls Gefallen an der Blasmusik und so wurde gemeinsam musiziert.

Am Anfang standen die gemeinsamen Proben


Für die allerersten gemeinsamen Proben gab es noch keinen geeigneten Raum, es wurde also improvisiert. In den Wohnzimmern wurde in der damaligen Zeit im Winter nur an den Wochenenden geheizt, daher fanden die Proben notgedrungen in der ca. 3 x 3 m großen Küche des Vereinsgründers Heinrich Josef Schmitz statt. Bis zu sieben (!) Personen bewegten sich gleichzeitig in dem engen Raum, in dem sich ja auch noch Tisch, Bank, Stühle, Herd und Schrank befanden. Während Mutter Schmitz z.B. „Suere Kappes" kochte und sich den Weg zwischen Notenständern, Tisch und Herd suchen musste und dabei auch schon einmal über einen herausgezogenen Posaunenzug stolperte, brachte Vater Schmitz seinen Schützlingen Töne, Takt und Haltung bei. Die „Lehrlinge" wussten später nicht, ob die Feuchtigkeit in ihrem Gesicht Schweiß von der Anstrengung oder Kondenswasser vom Sauerkrautkochen war.


Wie der Musikverein zu seinem Namen kam


Am Anfang des Jahres 1952, als sich der Musikverein noch in der Gründungsphase befand, saßen mehrere angehende Vereinsmitglieder in der Küche der Gaststätte Mauel, auch bekannt unter dem Namen „A Schpännesch" (heute ist das die Gaststätte „Zum Gässjen") mit dem zukünftigen Vereinswirt Wilhelm Hansen zusammen und diskutierten darüber, ob man dem Verein einen Namen geben sollte und wenn ja, welchen.

"Momänt ens, do han isch beschtemb jät vü üsch!" sagte plötzlich Wilhelm Hansen, stand auf und durchstöberte mehrere Zigarrenkisten, die oben auf seinem Küchenschrank standen und die ihm u.a. auch als Kasse und Tresor dienten. Dann brachte er eine Zigarrenkiste, die gefüllt war mit Stempeln aller Art, auf den Küchentisch und kramte daraus einen Stempel hervor, der im oberen Teil halbrund nach oben gebogen den Schriftzug enthielt: "Musik-Verein Harmonie" und im unteren Teil halbrund nach unten gebogen: "Weyer-Eiserfey". In der Mitte des Stempels war eine schräg gestellte mit Eichenlaub umkränzte Lyra zu sehen.

Da nun zwei der Gründungsmitglieder aus Eiserfey stammten, war dieser Stempel der genau richtige und zudem hatte man die ersten "hohen" Ausgaben für einen Stempel gespart. Wilhelm Hansen wurde daraufhin zum 1. fördernden Mitglied ernannt!

Das Kuriose an dieser Begebenheit ist aber: Weder Wilhelm Hansen noch Heinrich Josef Schmitz, beide um das Jahr 1900 geboren (aber auch später befragte noch ältere Bürger von Weyer) konnten sich erinnern, dass es jemals einen Musik-Verein "Harmonie"  Weyer-Eiserfey gegeben hat. Lockere Musikgruppen aus beiden Orten existierten zwar zu jeder früheren Zeit, aber niemals als Vereinszusammenschluß.



Folglich ist völlig unbekannt, woher dieser alte Stempel stammte und zu welchem Zweck er von wem angefertigt wurde. Aber der Musikverein hatte seinen Namen!

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